Galerie im Petrushof

Steffen Dietze

Fotografische Arbeiten
10.September 2017 bis 15 Oktober 2017

Der Biberacher Fotodesigner Steffen Dietze zeigt in der Galerie im Petrushof einen Querschnitt seiner jüngeren Arbeitsphase. Dabei setzt er das Medium Fotografie in einer fast abstrahierenden Weise ein. Seine Bilder haben keinen erkennbaren Bezug zu einem bestimmten Ort, sie stehen vielmehr stellvertretend für das Wesen eines Ortes, eines Moments, eines Gefühls.

So zerlegt er beispielsweise einen barocken Kirchenraum in viele Detailansichten, die er zu einem neuen Raum zusammenstellt. Dabei dienen ihm als bevorzugte Motive nicht die bedeutenden Elemente, die es nur in einer ganz bestimmten Kirche gibt. Er widmet sich den universellen Erscheinungen, den Licht- und Schattenwürfen, den Strukturen und Formen. Dadurch entsteht ein neuer, universeller Raum, der gewissermaßen stellvertretend für viele andere barocke Kirchen steht.

Bei seinen Arbeiten zu den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer geht er ähnlich vor. Vor allem Ausschnitte, Versatzstücke aus einem Ganzen, werden zum Motiv. Die Bilder könnten an vielen verschiedenen Orten entstanden sein, das Wesen, die Wirkung der Elemente ist überall dieselbe.

Steffen Dietze ergründet mit seinen Ansichten das Elementare, das Grundlegende. Luft, Wasser, Erde und Feuer sind die Grundlagen unseres Daseins, zeitlos gültig, zeitlos bestimmend, schon immer da, und auch in Zukunft immer da. Räume sind ebenso fester Bestandteil unseres Daseins und Orte mit ganz unterschiedlichen Wirkungen. Allen seinen Arbeiten liegt die gleiche, ruhige und z.T. stark reduzierte Bildsprache zugrunde. Der dem Medium Fotografie eigentlich innewohnende Hang zur Aktualität, zum konkreten Ortsbezug fehlt gänzlich. Seine Bilder sind auch nicht dokumentierend, da im Ansatz universell beschreibend. Der Kunsthistoriker Dr. Degreif sagt, dass seine Bilder Arbeit für das Auge sind, trotz oder gerade wegen ihrer Einfachheit. Auch spricht er davon, dass sie nicht Beweise für etwas, sondern vielmehr Argumente gegen die Verlässlichkeit sind.

Viele seiner Bilder werden in einem speziellen Verfahren umgesetzt, sie haben zum Teil einen fast haptischen Charakter. Das Licht spielt nicht nur in seinen Motiven eine tragende Rolle, auch beim Betrachten der Bilder ist das Umgebungslicht wichtig; die Wirkung variiert subtil mit dem Blickwinkel, mit dem einfallenden Licht.

Der Biberacher Fotodesigner arbeitet für Industrie, Werbung und Gewerbe, zudem ist er immer wieder als Lehrbeauftragter für Fotografie tätig. Seine freien Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

 

Dietze Dietze
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petrushof-mw@t-online.de