Galerie im Petrushof

Paul Uwe Dreyer

Die 2. Ausstellung mit dem Titel "Ich schreibe ins Quadrat" präsentierte im März 2006 neue Arbeiten Paul Uwe Dreyers: Tafelbilder, Zeichnungen und Druckgrafiken. Paul Uwe Dreyer war von 1987 bis 1991 und von 1998 bis 2004 Rektor der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sein künstlerisches Werk hat sich in der Tradition der konkret-konstruktiven Malerei eigenständig und selbstbewusst entwickelt bzw. weiterentwickelt und gilt schon heute als herausragender Beitrag in der Geschichte dieser Kunstrichtung.

Seine Arbeiten fordern die Interaktion mit dem Betrachter ein: Sie verführen zur Re-Konstruktion des Einzelbildes im Kontext der jeweiligen Serie, in der es hängt: das zugrundeliegende orthogonale Achsen- und Rastersystem,  das lineare Bildgerüst mit statischen Konstruktions- und dynamischen Konturlinien,  die provokante Farbkombination der monochromen Randstreifen, Farbbänder und -Felder, die räumliche Wirkung der Komposition.

Indem Dreyer ein eher streng geometrisches und chromatisches - und damit überkommenes - Konzept der Bildkonstruktion überwindet und analog und parallel zur dekonstruktivistischen Architektur neue Elemente wie z.B. die aus spitzem Wickel ge- und unterbrochene Diagonallinie in seine Formensprache aufnimmt, erweist sich sein bildnerisches Schaffen als absolut zeitgenössisch und spannend.

Zusätzlich zu einer zeitgemäßen Schulung der ästhetischen Wahrnehmung bieten diese Arbeiten als Erkenntnisgewinn, die zeitlose Einsicht in die kultur- und zivilisationsermöglichende Bedeutung von Ordnung, Regel und Maß.

Die Kunst Paul Uwe Dreyers thematisiert in nicht-figurativer, nicht-symbolischer, nicht-expressiver Weise die Selbstbehauptung des menschlichen Geistes gegenüber der Natur. In ihren autonomen Werken geht es ihr um die ästhetische Darstellung eines fundamentalen Grundvermögens des Menschen, der Fähigkeit mathematische, genauer geometrische, Ordnungsschemata zu entwerfen, diese dann auf eine menschliche Gegen-Welt zu projizieren um diese Gegenwelt schließlich als Um- und Eigenwelt zu strukturieren und zu gestalten.

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