Galerie im Petrushof

CHRIS DUNCAN

Chris Duncan lehrt seit 25 Jahren Visual Arts am Union College in Schenectady, NY, am Mohawk River gelegen, nicht weit von Albany, der Hauptstadt des Staates New York. Als Künstler ist er wohl am ehesten dem Abstrakten Expressionismus zuzurechnen.
Chris Duncan wurde in New York City geboren. Schon in jungen Jahren war Chris ein eifriger Besucher der New Yorker Museen. Seine Faszination für Dada und den Surrealismus sowie die Liebe zur Fotografie brachten ihn zur Bildhauerei. Die Arbeiten von David Smith inspirierten ihn besonders. Nach einem Englisch-Studium am Colby College erhielt er ein Stipendium an der renommierten Skowhegan Scholl of Painting and Sculpture. 1983 war er Assistent des Bildhauers William Tucker in London. Seit 1988 lehrt er nun als Professor am Union College.
Seine Arbeiten wurden sowohl auf zahlreichen Ausstellungen in den USA und auch im Ausland gezeigt, u.a. in Chicago, New York City, Miami, Baltimore, Nanjing und Salem am Bodensee.

Arbeitsweise von Chris Duncan
Chris Duncans Materialien sind Schrott und Abfälle unterschiedlichster Art, die er zusammenfügt, ohne zuvor das Endergebnis zu kennen. Er sagt:
“My work is constructed and the making process is essential to the final form. I assemble and disassemble elements looking for combinations of line and volume, gravity and balance that make sense visually and physically.”

Die Skulpturen werden zusammengefügt, so dass sie Sinn ergeben, sagt Chris Duncan. Was sind aber nun die Kriterien, dafür dass dieser Sinn entsteht? Chris Duncan:

“I have a rough idea of how a piece will look but a lot takes place during the making, which is a process of finding the sculpture. I look for structure and expressiveness, and find expressive qualities of surface in a sculpture just as I do in a drawing. I like a kind of tension between the raw and the cooked.

Interpretation von Chris Duncans Arbeit

Einerseits die Spannung zwischen Unverarbeitetem und Verarbeitetem, die Einzelteile und die Summe könnte man auch sagen. Dann aber – so denke ich – steht hinter dem, was Chris Duncan visuellen und physikalischen Sinn nennt, eine ganze Erfahrung von ästhetischen Vorstellungen und internalisierten Normen. Im freien Spiel – zwischen Einhalten dieser Normen und ihrem Durchbrechen wiederholt Chris Duncan – so könnte man interpretierend sagen, dass was in unserem Leben tagtäglich passiert. In diesem Sinne sind seine Arbeiten Metaphern für das Leben. Sie eröffnen einen Raum, der die Suche nach Form und Ausdruck zeigt, so wie wir frei und begrenzt zugleich sind.

Dr. Stefan Feucht – Kulturamtsleiter Bodenseekreis
Zur Einführung der Ausstellung RAUM – ÖFFNUNG / SPACE – OPENINGS in der Galerie im Petrushof in Obermarchtal am 30. Juni 2013

petrushof-mw@t-online.de