Galerie im Petrushof

Inge Rau

Zeitspuren
5.Juni bis 24.Juli 2016

Die Künstlerin Inge Rau macht in ihren Säurekorrosionsarbeiten Zeit und Vergänglichkeit sichtbar. Ihre „Farben“ sind verschiedene Säuren, ihr Malgrund meist Stahl, aber auch Holz und Leinwand. Beim Aufbringen der Säuren auf den Untergrund setzt sie einen Korrosionsablauf frei, der je nach Einwirkungsdauer mehr oder weniger intensiv den Verfallsprozess und dessen eigenartig faszinierende Schönheit dokumentiert. Inge Rau steuert diesen Prozess, spielt mit der Farbigkeit der dabei entstehenden Metalloxide und stoppt die Korrosion im für sie richtigen Moment.
Neben ihren rein abstrakten Säurekorrosionen Arbeiten gezeigt, in denen Inge Rau zusätzlich schichtet, collagiert, montiert und grafische Zeichen verwendet. Es sind Bildkörper entstanden, die den Betrachter an das Durchstreifen von alten Hafen- und Industrieanlagen oder heruntergekommenen Stadtvierteln, alles dem Verfall preisgegeben, erinnern mögen.

 

Pressemitteilung

Zeitspuren
Säurekoorosionsarbeiten
von Inge Rau

Ausstellung vom 05. Juni bis 24. Juli 2016
Vernissage am Sonntag, den 05. Juni um 11.00 Uhr
Ca 120 anwesende Gäste
Einführung: Dr. Therese Werner-Keil
Musikalische Begleitung: Steffen Dietze

Mehr als 120 kunstinteressierte Menschen ließen sich von den Regengüssen am Sonntag nicht abhalten und besuchten die aktuelle Ausstellung im Petrushof in Obermarchtal.

Steffen Dietze, virtuoser Klavierspieler und auch Künstler der Fotografie spielte zum Auftakt der Veranstaltung und begleitete sie. Besonders beeindruckend war das selbstkomponierte Stück, das sich auf die Werke der Ausstellung und den Verlauf der Korrosion und die Vergänglichkeit des Seins bezog.
Es wurde eng im lichtdurchfluteten großen Ausstellungsraum, in dem Maria Faulhammer-Wiedemann die Gäste begrüßte und die Künstlerin vorstellte.
Inge Rau lebt in Ödenahlen bei Seekirch und widmet sich seit 1995 ganz der Kunst.
Als freischaffende Künstlerin beschäftigte sich Inge Rau jahrzehntelang mit den verschiedenen Formen des Tiefdruckes. Dessen Druckplatten faszinierten und veranlassten sie in den letzten Jahren mit den vielfältigen Möglichkeiten und Erscheinungsformen von Säurekorrosionen zu experimentieren.
Frau Dr. Therese Werner-Keil führte in die Ausstellung ein. Sie nahm Bezug zur Kunstgeschichte und wies auf aktuelle zeitgenössische Künstler wie Richard Serra, Jean Tinguely, Carl Andre hin. Korrosionsprozesse werden vom Künstler gesteuert und ergeben ein ästhetisches Erscheinungsbild. Es sind die schönen Strukturen des Verfalls mit einer durch den Oxydationsprozess entstehenden Farbigkeit, , die die Künstlerin selbst und im Ergebnis die Betrachter faszinieren.
Frau Dr. Werner Keil vergleicht die Schönheit des Vergänglichen mit dem menschlichen Antlitz, das die Zeitspuren des gelebten Lebens zeigt und trotzdem Schönheit und Ruhe ausstrahlt.
Man kann sagen, dass Inge Rau in Zeitraffung Zeitspuren erzeugt.
Gabriele Müller, Vorsitzende des Vereins Freundeskreis Petrushof stellte diesen vor und lud dazu ein, sich als aktives und auch passives Mitglied an der Erhaltung der Begegnungsstätte Petrushof zu beteiligen.
Fasziniert und begeistert von den Werken Inge Raus nahmen die Kunstfreunde gerne die Bewirtung durch den Freundeskreis an. Dadurch wurden interessante Begegnungen und Gespräche unter den Besuchern gefördert.
Die Ausstellung kann noch bis 24. Juli besucht werden, jeweils sonntags von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr oder gerne nach Vereinbarung.
Am 14.07. um 17:00 und am 17.07. um 11:00 und am 24.07. um 14:00 führt die Künstlerin Inge Rau persönlich durch die Ausstellung.

 

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petrushof-mw@t-online.de