Galerie im Petrushof

Leonie Stade

Leonie Stade

Presseinformation zur Ausstellung in der Galerie im Petrushof
vom 01 bis 25. Mai 2014

Moment – Dokument

Die Galerie im Petrushof in Obermarchtal zeigt in ihren Räumen eine Ausstellung mit
Dokumentarfilmen von Leonie Stade und Fototransfers von Hubert Kaltenmark.

Es ist der Moment, der darüber entscheidet, ob die künstlerische Arbeit den Betrachter erreicht oder nicht. Ob das Werk ins Herz oder in den Kopf gelangt und ob es dort noch ein Weilchen wirkt.
Aber bevor das Werk geschaffen wurde, hat es einen ähnlichen Moment für den Künstler gegeben, der entschieden hat, ob Kunst daraus entstehen wird. Es ist der Moment, der zeigt, dass hier Menschen und Situationen da sind, die Teil eines Schaffensprozesses werden können, an dessen Ende das künstlerische Werk, das Dokument steht.

Leonie Stade ist Dokumentarfilmerin. Ihre Werke zeigen Menschen und deren Lebensumstände. Dabei kommt die Künstlerin den Menschen ganz nah und verschmilzt zugleich förmlich mit der Kamera. Sie bringt den Betrachter ganz in die von ihr gewählte Situation hinein. In „Alex“ gibt eine Prostituierte Einblick in ihr Leben und wie sie es gestaltet hat. „2 m2 Leben“ fragt nach dem Dasein von Menschen in Hongkong, die sich in dieser Metropole für sich und ihre Familie nicht mehr als 2 mal 2 Meter Wohnraum in stapelbaren Gitterboxen leisten können. In „Max Zachrisson“ beobachtet Leonie Stade einen Tänzer, der mit und für die Kamera seine zeitgenössische Kunst zeigt.

Leonie Stade, geboren 1988, studiert an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Sie arbeitet seitdem als Dokumentarfilmerin, war 2013 mit „2 m2 Leben“ für den CNN Journalist Award nominiert und erhielt den Integrationspreis der Stadt Duisburg. Sie arbeitet unter anderem für das deutsche Fernsehen (ZDF, BR etc.) und lebt in München.

Hubert Kaltenmark ist Künstler. Seine Werke sind Fototransfers auf Beton oder Papier. Die von ihm entwickelte Technik erlaubt es, Fotos auf verschiedene Formate und Träger umzudrucken und zu bearbeiten. In der Serie „far“ (Beton) wurden die fotografierten Menschen durch die Bearbeitung des Betons aus dem Zusammenhang gerissen, stehen vereinzelt, sind ganz nah und fern zugleich. In den „Fallenbachbildern“ (Papier) zeigen sich Frauen in Momenten aus ihrem Alltag, der sich direkt vor dem Künstleratelier täglich abspielt und der in weiten Teilen der Versorgung ihrer Familie dient. „Aufzucht und Hege“ nennt der Künstler selbst das, was er in den Fotos für die Transfers festgehalten hat. In verschiedenen Formaten tanzte für die Werkreihe „Sarah“ eine Tänzerin im Atelier des Künstlers und verlässt im Entstehen der Arbeiten ganz schnell die individuelle Ebene des einen tanzenden Mädchens. Sie geht auf im Tanzen selbst.

Beide Künstler haben Parallelen in ihrer Arbeit gefunden. Und so stellen sie die jeweils korrespondierenden Werke miteinander und ineinander aus.
Als Ausdruck der künstlerischen Durchdringung entstand dabei zusätzlich und speziell für diese Ausstellung das Video „Hubert“, in dem Leonie Stade ihren Künstlerkollegen portraitiert und die Fototransfers „Leonie“, in denen Hubert Kaltenmark Portraits der Dokumentarfilmerin zeigt. Die Fototransfers entstanden, während das Videoportrait gedreht wurde.

Hubert Kaltenmark, geboren 1961, besuchte die Meisterklasse für Bildhauer bei Erwin Rager und Ernst Vollmer in Aschaffenburg. Seit 1988 zeigt er seine Arbeit als freier Künstler in zahlreichen Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Symposien im In- und Ausland und arbeitet regelmäßig für kirchliche Institutionen. Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Japan und den USA. Hubert Kaltenmark lebt und arbeitet am Bodensee.

petrushof-mw@t-online.de